Donnerstag, 6. März 2014

80 km Schotterpiste

Das war ein Abenteuer... Meine heutige Streckenetappe führte von Arniston nach Witsand. Als ich losfuhr, wusste ich noch nicht, wo ich am Abend landen würde. Nur eines war mir klar, ich wollte über die von Hand betriebene Fähre in Malgas fahren. So gings zuerst nach Bredasdorp und anschliessend rechts weg, auf die R316. Über 80km Schotterpiste lagen vor mir, nah Bravo, doch ich habs so gewollt. Dies bedeutete fahren mit max. 40 - 60 km Stunde (mehr lassen meine munzigen Räder leider nicht zu), sowie Fenster rauf und runterkurbeln, immer und immer wieder. Auch wenn es kaum Verkehr gab auf dieser Strecke, fand ich mich immer wenn mir ein Wagen entgegenkam oder mich überholte in einer immensen Staubwolke wieder! 
Etwa Mitte der Strecke, Richtung Malgas fahrend, geht es rechts weg zum N.P. de Hoop. Dies habe ich jedoch weggelassen. Es war bereits kurz vor 13 Uhr und ich kam auf der Strecke nur langsam voran. 
Während der langen Fahrt, in middle of nowhere, kam mir plötzlich ein Rasta Man auf dem Bike entgegen.. Funny Typ, nicht  mehr der jüngste und voll fit in den Pedalen. Ich hab angehalten und er tat es mir gleich. Ich grüsste ihn freundlich und drückte ihm meine Bewunderung für sein Vorhaben aus. Er grinste verschmitzt. Ich bot ihm Wasser an, was er dankend annahm. Wir quaselten noch erwas miteinander und bevor ich weiter fuhr, füllte ich die Flasche nochmals auf und schenkte sie ihm. Er strahlte übers ganze Gesicht! ... und ich auch :-))
Die Fähre bei Malgas war auch witzig. Sie wird von zwei Männern von Hand betrieben. Den lieben langen Tag machen die beiden nichts anderes und dies bei brütender Hitze! Chapeau...
Nach der Überfahrt wollte ich zuerst Richtung N2 fahren, entschied mich aber in letzter Minute für die Küste. So landete ich in Witsand. Bei Barry's fand ich eine Selfcatering Unterkunft, ein riesiges Zimmer mit direktem Ausgang zum Balkon in einem grosses Haus für gerade mal 250 Rand! Von meinem en Suite Zimmer hab ich Aussicht auf die Mündung des Breede Rivers und den Indischen Ozean. Traumhaft. Zuerst hellbegeistert, schien mir mit dem Gedanken an die Nacht das ganze Haus so schmurzseelen für mich alleine doch etwas unheimlich. Deshalb fuhr ich nochmals zum Vermieter ins Städtchen zurück, um nach einer Alternative zu fragen. Da erzählte er mir, dass sich kurzfristig noch eine Buchung ergeben habe. Perfekt! 
Der Gast entpuppte sich als äusserst angenehmer Gesprächspartner. Er heisst Jure, ist ein Bure und arbeitet als Vetreter für Bayer, welche u.a. Pharma Produkte für Tiere vertreibt. Jure und ich haben uns über 5 Stunden pausenlos über Weine, Politik, WM Südafrika, Reisen, Familie, Arbeit etc. unterhalten. Er gab mir ein paar tolle Insider Tipps und bot an, mir weitere tolle Plätze abseits der Touristenpfade zu empfehlen. Ich könne ihn jederzeit anrufen, auch im Falle eine Panne. Mit seiner Email und Cell Nummer ausgerüstet, sagte ich baie dankie and goeienaag.



The happy Rasta man



Auch Straussen sieht man wieder in dieser Region.





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